Stellungnahmen

Stellungnahme: Für spirituelle Selbstbestimmung – gegen Intransparenz und Abhängigkeit

Derzeit werben auf dem Campus Flensburg und in den Wohnheimen am Campus immer wieder religiöse Sondergemeinschaften für ihre Angebote, etwa mit einer „Einladung zum Bibelkreis und Gottesdienst für Studierende“. Auf diesen Einladungen findet man lediglich einen Kontakt, aber keine transparenten Informationen, wer oder was hinter dieser Einladung steckt. Auf Nachfragen wird nicht konkret reagiert und die dahinterliegende Struktur verschleiert.

An vielen Hochschulstädten bundesweit versuchen sektiererische Bewegungen und religiöse Sondergemeinschaften, auf diese Weise Mitglieder zu gewinnen: Attraktiver Auftritt und attraktive Angebote, aber keine Transparenz darüber, wer überhaupt dahintersteht und wie das Angebot einzuordnen ist. Nicht selten gelangen Studierende so in spirituelle und manchmal auch monetäre Abhängigkeiten bis hin zur sozialen Isolation, weil eine Gruppe verlangt, Kontakte zu Nicht-Mitgliedern aufzugeben. Besonders aktiv ist bundesweit an Hochschulstädten derzeit die südkoreanische Sekte „Shincheonji“. [1]

Als religiöse Hochschulgruppen auf dem Campus werben wir selbst für dezidiert religiöse Angebote, machen aber jederzeit transparent, welche Einrichtung dahintersteht und was unsere Leitprinzipien sind. Durch institutionelle Schutzkonzepte und gezielte Veranstaltungen fördern wir die spirituelle Selbstbestimmung und stellen allen Personen frei, an den Angeboten teilzuhaben.

Insofern positionieren wir uns klar für Transparenz und Selbstbestimmung und warnen nachdrücklich davor, sich unüberlegt in Abhängigkeiten hineinziehen zu lassen von Organisationen, die intransparent arbeiten und in die Privatsphäre hinein agieren wollen. Der beste Schutz vor unfrei machenden sektiererischen Bewegungen und religiösen Sondergemeinschaften ist es, genau hinzusehen, wer ein Angebot mit welchem Zweck bewirbt und mit anderen darüber ins Gespräch zu kommen, wer hinter einem Angebot steckt.

Wenn Du Dir unsicher bist, empfehlen wir den Kontakt zum Referenten für Weltanschauungsfragen der Nordkirche [2] oder zu anderen staatlichen [3] oder kirchlichen Stellen.

Flensburg, 02.06.2026.

 

Evangelische Studierendengemeinde (ESG) Flensburg, vertreten durch Pastorin Katja Pettenpaul

Katholische Hochschulgemeinde (KHG) Flensburg, vertreten durch Jonas Borgwardt

 

 

 

 

Stellungnahme: Solidarität mit der Initiative #outinchurch

Flensburg (24.01.2022). Am heutigen 24. Januar 2022 haben sich bundesweit über 120 Mitarbeitende der katholischen Kirche als queer geoutet. Unter dem Hashtag #outinchurch haben sie sieben Forderungen gegenüber den Kirchenleitungen formuliert und ein Manifest veröffentlicht. Gleichzeitig wurde am Abend in der ARD die Dokumentation „Wie Gott uns schuf“ ausgestrahlt, bei der die beteiligten Personen zu Wort gekommen sind.

Die Katholische Hochschulgemeinde Flensburg (KHG) erklärt sich solidarisch mit der Initiative und ihren Forderungen, denn der Einsatz für Gleichberechtigung und gegen Ausgrenzung geht alle an. Die Diskriminierung, die viele Menschen aufgrund ihrer sexuellen Identität und Orientierung erleiden müssten, ist nicht im Sinne der kirchlichen Botschaft von Menschlichkeit, Nächstenliebe und Barmherzigkeit. Im gleichen Sinne sind auch die zahllosen schrecklichen Fälle sexualisierter Gewalt sowie ihre Vertuschung unbedingt zu verurteilen, denn sie widersprechen dem kirchlichen Auftrag zutiefst.

Die KHG setzt sich ein für eine Kultur der Offenheit und Diversität in der Kirche. Sie ist ein Ort für alle Menschen an den Flensburger Hochschulen unabhängig von sexueller Identität und Orientierung. In der KHG erfahren alle Menschen gleichermaßen Wertschätzung und können angstfrei und offen leben. Dazu gehört auch das kostenfreie und vertrauliche Seelsorgeangebot, das von allen Menschen genutzt werden kann.

Ferner macht sich die KHG stark für eine Reform des kirchlichen Arbeitsrechtes, besonders der Grundordnung des kirchlichen Dienstes, welche queeren Menschen im Kirchen- und Schuldienst zum Verhängnis werden kann. Nicht wenigen drohen arbeitsrechtliche Konsequenzen bis hin zur Zerstörung der beruflichen Existenz.

Genauso wie die Initiative #outinchurch sind wir überzeugt, dass nur ein Handeln in Wahrhaftigkeit und Ehrlichkeit dem gerecht wird, wofür die Kirche da sein soll: Die Verkündigung der frohen und befreienden Botschaft Jesu. Umgekehrt muss sich eine Kirche, in denen Menschen diskriminiert werden, fragen, ob sie sich auf Jesus Christus berufen kann.

 

Hochschulseelsorger & Gemeinderat der KHG Flensburg

 

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Stellungnahme aus aktuellem Anlass: Die Katholische Hochschulgemeinde (KHG) Flensburg ist offen, bunt und lebensnah

Flensburg (07.04.2021). Nach der Ansage der Glaubenskongregation, die Kirche habe keine Vollmacht zur Segnung homosexueller Partnerschaften, die auch kürzlich in einem Interview im Flensburger Tageblatt wiederholt wurde, möchten wir deutlich Position beziehen:

 

1.   Wir respektieren und wertschätzen die Liebe aller Menschen und die verbindliche und verantwortungsvolle Partnerschaft zweier Menschen unabhängig ihrer sexuellen Orientierung. Wir glauben, dass der Segen Gottes auch mit ihnen ist.

2.   Wir trauen dem Auftrag Gottes an Abraham: „Du sollst ein Segen sein“ und „Durch Dich sollen alle Sippen der Erde Segen erlangen.“ (Gen 12,2-3) In dieser Haltung wollen auch wir ein Segen sein für die Menschen, die ihn erbitten.

3.   Wir nehmen nicht hin, dass eine ausgrenzende und veraltete Sexualmoral auf dem Rücken von Minderheiten ausgetragen wird. Haltungen, wie sie in dem Dokument der Glaubenskongregation oder im Interview im Flensburger Tageblatt zu lesen sind, untergraben unsere offene Arbeit auf dem Campus und trennen Menschen von der frohen Botschaft vom Leben in Fülle (Joh 10,10).

4.   Wir glauben an den Gott, der „die Liebe ist“ (1 Joh 4,16). Mit dieser Haltung gestalten wir Kirche auf dem Campus und laden alle Menschen ein.

 

Der Gemeinderat der KHG

Der Hochschulseelsorger